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Voll verzuckert!

Wer gesund leben oder abnehmen will, achtet darauf, wenig Zucker zu essen. Doch Vorsicht: Der süße Verführer steckt in vielen Fertigprodukten. Lesen Sie, wie Sie der Zuckerfalle entkommen.

Zucker enthält weder Nährstoffe, noch Vitamine oder Mineralien. Eine gesunde Ernährung kann daher auf den Lieferanten leerer Kalorien gut verzichten. Zu hoher Zuckerkonsum erhöht das Risiko für Übergewicht und Diabetes. Die Weltgesundheitsorganisation rät daher, den täglichen Zuckerkonsum zu reduzieren. Ihre Empfehlung ist radikal: Nur zehn, besser noch nur fünf Prozent des täglichen Kalorienbedarfs sollten mit Zucker gedeckt werden, das wären circa 25 Gramm. Die Realität sieht anders aus: Im Jahr 2013/14 lag unser Pro-Kopf-Verbrauch bei rund 85 g pro Tag.

Zucker steckt fast überall drin
Als „kritisch“ gilt insbesondere Zucker, der Backwaren, Süßwaren und sonstigen Speisen und Getränken zugesetzt wird. Anders verhält es sich bei Zucker, der in naturbelassenen Lebensmitteln wie Getreide, Obst, Gemüse und Milch steckt. Hier wurden bisher keine negativen Folgen nachgewiesen.

Ernährungsexperten warnen speziell vor „verstecktem“ Zucker. Viele Verbraucher wissen nicht, wie viel Zucker sie täglich zu sich nehmen – sogar über Lebensmittel, die allgemein als gesund gelten. Cornflakes oder Müslis beispielsweise gehören dem Zuckergehalt nach in die Kategorie Süßigkeiten. Das gilt auch für Ketchup oder Fruchtjoghurt, der zu fast einem Drittel aus Zucker besteht (variiert). Auch  „unverdächtige“ Lebensmittel wie eingelegte Gurken, Dosengemüse, Fischkonserven oder Feinkostsalate kommen nicht ohne den Zusatz von Zucker aus.

Zucker versteckt sich hinter vielen Namen
Zunächst: der einfachste Weg, versteckten Zucker in Lebensmitteln zu vermeiden, ist, naturbelassene Lebensmittel zu kaufen. Darüber hinaus lohnt es sich bei verarbeiteten Lebensmittel die Zutatenliste genau  anzuschauen. Grundsätzlich gehört Zucker zur Gruppe der Kohlenhydrate. Hier unterscheidet man:

Einfachzucker (Monosaccharide)

Glucose (Traubenzucker),Fruktose (Fruchtzucker),                       Galactose (Schleimzucker)

Zweifachzucker (Disaccharide)

Saccharose (Haushaltszucker), Lactose (Milchzucker), Maltose (Malzzucker)

Mehrfachzucker (Polysaccharide)

Man nennt sie auch komplexe Kohlenhydrate. Dazu zählen z.B. Stärke und Ballaststoffe



Die große Vielfalt an Bezeichnungen (rund 70!) für Zucker und andere Süßmacher macht es also nicht gerade einfach, bewusst einzukaufen. Vorsicht ist bei allen Begriffen geboten, die auf „-ose“ oder –„Sirup“ enden. Und auch in Magermilchpulver oder Gerstenmalzextrakt, Fruchtsüße oder modifizierter Stärke steckt Zucker.

Die Zutatenliste alleine reicht kaum aus, um den Gesamtzuckergehalt eines Produkts exakt bewerten zu können. Die AOK fordert die Regierung und die Industrie daher zum Handeln auf und setzt sich für eine eindeutigere Beschriftung der Produkte ein.

Genau hinschauen
Schauen Sie kritisch hin bei Begriffen wie „zuckerfrei“ oder „zuckerreduziert“. Steht auf einem Produkt "weniger Zucker" oder "zuckerreduziert" muss laut Gesetzgeber lediglich 30 Prozent weniger Zucker enthalten sein als in einem vergleichbaren Produkt. Die Angabe "Ohne Zuckerzusatz" bedeutet, dass dem Lebensmittel kein zusätzlicher Zucker (wie Haushaltszucker, Milch- und Fruchtzucker oder eine süßende Zutat, zum Beispiel Fruchtsirup) zugesetzt wurde. Es kann aber von Natur aus viel Zucker enthalten, wie zum Beispiel Fruchtsäfte oder Smoothies.

Einkaufstipps

  • frisches Obst statt Dosenfrüchte
  • Konserven bzw. eingelegte Produkte ohne Zuckerzusätze kaufen
  • Fruchtjoghurt selbst zubereiten
  • Fruchtsäfte mit Wasser im Verhältnis 1:3 mixen
  • Dressings selbst herstellen
  • keine Fertig-Saucen und Fix-Produkte verwenden
  • Müsli frisch selbst zusammenstellen oder Fertigmischungen ohne Zuckerzusatz einkaufen

© WDV Bad Homburg
Gummibärchen sind wahre Zuckerbomben. Auch wenn sie fettarm sind: Schlank wird man davon nicht. 100 gr enthalten ca. 26 Stück (= 78 g) Würfelzucker!