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Vorsicht vor XXL-Portionen

Big Size, XXL, Doppelpacks und Riesenportionen – wir essen gerne viel, besonders wenn es gut schmeckt. Doch wer abnehmen will, sollte eher auf Qualität statt auf Quantität Wert legen.

Wir essen, bis der Teller leer ist, und wenn's schmeckt gern auch noch mehr. Das zeigte eine deutsche Studie. Ein Teller Suppe wurde – von den Testessern unbemerkt – ständig nachgefüllt. Ein Teil der Probanden hörte irgendwann auf, aber etliche von ihnen aßen immer weiter. Seitdem haben auch andere Studien nachgewiesen: Je größer die Portion, desto größer ist oft auch die Menge, die wir verzehren.

Warum wir häufig zu viel essen
Ein Grund dafür ist, dass wir häufig Portionsgrößen unterschätzen. Experimente eines internationalen Forscherteams* unter Beteiligung der Universität Bonn ergaben, dass die Probanden die Portionen teils nur halb so groß wahrnahmen wie sie tatsächlich waren. Wenn die Testpersonen dagegen gleichzeitig wussten, dass die angebotenen Speisen ungesund sind, kam es zu deutlich besseren Schätzungen der Essenrationen.

Stoppsignale von innen und außen
Dabei wäre es so einfach: Wenn der Magen gefüllt ist und der Darm seine Arbeit aufnimmt, meldet uns unser Gehirn automatisch, dass wir satt sind. Besonders bei kleinen Kindern ist dieses Gespür noch stark ausgeprägt. Doch mit zunehmendem Alter lässt uns unser inneres Sättigungsgefühl zunehmend im Stich. Es schmeckt doch so gut, es wird aufgegessen, zwei zum Preis von einem. Bei allen diesen „Versuchungen“ fällt es schwer, auf die zarten inneren Signale zu hören, vor allem dann, wenn wir gleichzeitig etwas anderes tun, zum Beispiel beim Essen fernsehen oder am Computer sitzen.

Statt „All you can eat“ lieber „klein, aber fein“
Dabei braucht Genuss keine großen Teller. Gerade beim Abnehmen ist es wichtig, das innere Sättigungsgefühl wieder zu stärken. Hier gilt: Qualität ist besser als Quantität. Am besten, man macht bereits den Einkauf zum Erlebnis. Zwei hochwertige Pralinen statt einer großen Schokoladentafel, ein knuspriges Sandwich mit frischem knackigem Salat statt eines XXL-Menüs im Burger-Restaurant. Gleichzeitig sollte man sich fürs Essen Zeit nehmen und es mit allen Sinnen genießen: optisch, geschmacklich, Stück für Stück. Erwiesen ist: Wer langsam isst, der hat somit nicht nur mehr von seiner Mahlzeit, sondern auch Gewichtsvorteile. Denn wer seine Sättigungssignale wahrnimmt, isst weniger und verzehrt so weniger Kalorien.

* Forscherteam der Business School Insead in Frankreich zusammen mit dem Center for Economics and Neuroscience, dem Life & Brain Zentrum und dem Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) der Universität Bonn sowie der Rotterdam School of Management in den Niederlanden auf den Grund.

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